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Im 5. Jahrhundert v.
Christus wurde der Glauben an die Mystik und die Tradition bekämpft
und verdrängt (vergl. z.b. unsere heutige Ablehnung der mechanistischen
Weltansicht). Nicht althergekommene Götter, sondern mit
eigener Kraft hinterfragte und entdeckte Prinzipien und Hintergründe
sollen die Regeln der Welt,
des Seins, der Politik und der Kommunikation
bestimmen.
Die Rhetorik
wird durch die Syrakuser Teisias und Korax im griechischen
Kolonialgebiet Sizilien mit dem Wahrscheinlichkeitsschluß
als Indizienbeweis begründet. Schriften sind uns von Gorgias
aus Leontinoi (ca. 480-380 a.C.) überliefert, der als Sophist
berühmt wurde. Der Sophismus, ebenso wie die Philosophie,
waren Bildungsbewegungen, die den Mythos durch den Logos, die Tradition
durch die Vernunft zu ersetzen suchten.
Isokrates (ca. 436
– 338 v. Chr.)
bringt des Zusammenhang zwischen Philosophie
und Sophistik (Rhetorik) auf den Punkt, denn er nennt seine Sophistische
Lehre schlichtweg Philosophie. In diesem Zusammenhang ist auch die
ethymologische Bedeutung beider Wörter
interessant. Die „sophie“ beider Wörter ist nichts
anderes als „die Weisheit“, wobei die Philo-sophen sich
allerdings –ganz im Gegensatz zu den Sophisten- nicht befähigt
sahen, Einsichten in die Weisheiten zu lehren, sondern sich in der
„ Liebe“, der „Philo“
zur Weisheit wieder erkannten.
Die Sophisten
unterscheiden sich also im wesentlichen zwei Gruppen.
Die Eristiker (nach Platon und Aristoteles) huldigen in ihrer Philosophie
einem ethischen Rigorismus.
Die Rhetoren spezialisieren sich entweder auf die Techniken der
Gerichtsrede oder auf die Fest- bzw politische Rede.
Das Ziel aller Philosophen
und Sophisten bleibt aber sehr ähnlich:
Die Hinführung des Menschen zu einem effizienteren, glücklicheren
Leben.
Ob und inwieweit ein glückliches Leben und gute Kommunikation
miteinander erkannt, und Techniken der Rhetorik trainiert werden
können, darüber stritten schon die Sophisten mit den
antiken Philosophen. Isokrates wies die allzu optimistische Haltung
der Sophisten vorsichtig zurück, und räumte gleichzeitig
ein, dass Training und Reflexion wesentlicher Bestandteil eines
guten Rhetors, aber auch eines guten Menschen sei.
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